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Krankheit und Sport

Wann trainiere ich und wann nicht?



„Während einer Erkältung solltest du nicht trainieren“


„Training mit einem Schnupfen, ist okay, so lange du’s nicht übertreibst“


„So lange man kein Fieber hat, darf man wie gewohnt trainieren“


Eine oder mehrere dieser Aussagen hast du vielleicht schon gehört? Die einen sagen dies, die anderen das. Aber was stimmt denn jetzt wirklich?


Darf ich trainieren wenn ich krank bin?

Und was heisst denn Krank? Erkältung, Grippe, Schnupfen?


Auf diese Fragen versuche ich dir heute eine Antwort zu geben.

Sport ist zwar gesund aber gerade wenn du dich gesundheitlich angeschlagen und krank fühlst, solltest du deiner Gesundheit zuliebe eine Pause einlegen. Es schadet deinem Körper sonst nämlich mehr, als es ihm nutzen. Wenn du trotz Krankheit trainierst setzt du dich womöglich einem unnötigen Risiko aus.

Einmal vorne weg, ich bin kein Arzt und die Aussagen in diesem Artikel sind Ratschläge auf Grund meiner Erfahrung und meines Wissens. Im Zweifelsfall solltest du dich von deinem Arzt beraten lassen.



Trainieren bei Erkältung oder Grippe


Erstmal solltest du ganz klar zwischen Erkältung und Grippe unterscheiden.

Eine Grippe ist eine erheblich schwerere Erkrankung als eine Erkältung. Solltest du eine Erkältung haben ist grundsätzlich Bewegung angesagt, aber übertreibe es nicht. Wenn du mit deiner individuellen Pulsfrequenz im Grundlagen- bzw. regenerativen Bereich läufst, förderst du die Durchblutung deiner Schleimhäute. Diese schwellen dadurch ab und machen deine Nase wieder frei.

Dabei gilt aber auch, höre auf deinen Körper. Wenn du sehr erschöpft bist, kaum richtig durchatmen kannst und dich irgendwie erschlagen fühlst, lass das Training sein. Du könntest so deinem Körper mehr schaden als Nutzen.


Hat dich eine Grippe erwischt, oder leidest du unter einer Erkältung mit Fieber, solltest du ebenfalls auf das Training verzichten. Wenn es geht, darfst du selbstverständlich einen lockeren Spaziergang machen. So hast du dich etwas bewegt und warst an der frischen Luft. Achte aber darauf, dass du dich warm anziehst.


Hast du eine leichte Erkältung ohne Fieber und fühlst dich einigermassen fit, kannst du bei Schnupfen ohne weiteres trainieren, aber bleibe in der optimalen Pulsfrequenz!



Die richtige Pulsfrequenz


Im Grundlagentraining beträgt deine optimale Herzfrequenz im Training ca. 65 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz. Die optimale Trainingsherzfrequenz ist jedoch nicht bei jedem Menschen gleich. Wenn du deine maximale Herzfrequenz kennst, kannst du deine Herzfrequenz im Training mit dem oben genannten Prozentsatz selbst ausrechnen. Diese liegt in der Regel zwischen 110 und 150 Schlägen pro Minute.

Achtung: Die Abweichungen von Mensch zu Mensch sind oft sehr groß. Die Intensität des Grundlagentrainings wird subjektiv generell mit "leicht bis mäßig" beschrieben. Wenn du deine maximale Herzfrequenz nicht kennst, machst du am besten einen Test unter sportärztlicher Aufsicht.


Allgemein solltest du darauf achten in einem eher niedrigeren Pulsbereich zu trainieren, wenn du etwas angeschlagen bist. Du möchtest mit einem Training oder mit Bewegung deinem Körper etwas Gutes tun und ihn nicht noch mehr schwächen.


Vorsicht - Überlastung des Herzmuskels


Besonders wenn du eine Lungenkrankheit hast, mit Symptomen wie Fieber oder Gliederschmerzen, musst du absolut auf Sport verzichten. Wenn du dir keine Ruhezeit gönnst, um die Krankheit auszukurieren, kann dies zu einer Überlastung des Herzmuskels führen. Wenn du nun trotzdem trainierst, pumpt dein Herz mehr Blut und Sauerstoff durch den Körper als sonst, wodurch dein bereits angeschlagenes Immunsystem zusätzlich geschwächt wird. Du nimmst dem Körper somit die Kraft, sich auf die Heilung der Krankheit zu konzentrieren. Vor allem Grippeviren können für deinen Herzmuskel gefährlich werden. Die Folge davon ist eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), und diese kann tödlich enden.



Was ist Myokarditis?


Unter der Bezeichnung Myokarditis wird die Entzündung des Herzmuskels verstanden. Diese kann entweder den Herzmuskel selbst, aber auch den Herzbeutel betreffen. Die Kontraktionsfähigkeit des Herzens nimmt dabei beträchtlich ab. Das führt in weiterer Folge zu einem Leistungsabfall und zur Schwächung des Herzens. Im Leistungssport gab es vereinzelt Fälle, wo eine Entzündung des Herzmuskels zum Herzstillstand geführt hat. Bei einem Fußballspiel beispielsweise, bricht ein eigentlich gut trainierter Spieler plötzlich zusammen und kann nicht mehr erfolgreich wiederbelebt werden.



Symptome bei einer Myokarditis


Der Verlauf einer Herzmuskelentzündung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Die häufigsten Symptome sind Schwäche, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Kurzatmigkeit, wobei diese auch bei anderen Krankheiten auftreten und man daher nicht sofort auf eine Herzmuskelentzündung schließt. Oft kann es auch zu Herzrasen, Herzstolpern, Herzklopfen oder Herzschmerzen kommen. Eine Infektion der Atemwege tritt in einigen Fällen ein bis zwei Wochen vor den Herzbeschwerden auf. Teilweise kann eine Myokarditis zu Beginn auch ohne auffällige Symptome verlaufen.



Ab wann darf ich wieder trainieren?


Wenn du dein Training krankheitsbedingt eins bis zwei Wochen auslässt, so wird sich das kaum auf deinen Trainingszustand auswirken. Wenn die Krankheit jedoch länger dauert, so kann dies durchaus zu starken Verschlechterungen im Kraft- und Ausdauerbereich führen. Riskiere dies also nicht, und lege lieber früh genug eine Pause ein, um die Krankheit richtig auszukurieren. Durch den Memory-Effekt, wirst du schnell wieder an deinen alten Trainingszustand herankommen, aber gehe dein Training zu Beginn etwas langsamer an, um nicht wieder krank zu werden.


Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel einige Fragen zum Thema Krankheit und Sport beantworten.

Denke immer zuerst an deine Gesundheit. Du wirst deinen Trainingserfolg nur steigern können, wenn du gesund und fit bist, andernfalls erreichst du genau das Gegenteil. Außerdem ist ein Training bei einem Infekt keinesfalls angenehm.


Lass daher deine Krankheit auskurieren und gönne dir eine Pause, bis du dich wieder absolut fit fühlst. Fange dein Training dann aber langsam an und belaste deinen Körper nicht vom ersten Tag an zu stark. Sprich dich diesbezüglich am besten mit deinem Arzt ab, da auch die Einnahme verschiedenster Medikamente Einfluss auf die Erholungszeit hat.


Bei Fragen, Feedback oder Anmerkungen hinterlasse mir einen Kommentar oder schreibe mir einfach eine Nachricht

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